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ZUSAMMNEFASSUNGEN
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55 Jahrgang, 2004, Heft: 1-4 |
WISSENSCHAFTLICHE BEITRÄGE
Die extreme Hochwassersituation Anfang August 2002 in der Hirlatzhöhle
(1546/7) im Vergleich mit hydrographischen Daten des Dachsteingebietes
Walter Greger, Peter Seethaler, Maximilian Wimmer
Flächendeckender Starkregen führte im August 2002 zu einer außergewöhnlichen
Hochwassersituation in der längsten Höhle Österreichs, der
Hirlatzhöhle. Etliche normalerweise trockene Höhlenteile wie z.B.:
Alter Teil, Westen, Wilder Westen und Südwesten, wurden dabei bis zu
ca. 100 m hoch überflutet. Der größte, bisher nicht bekannte
Rückstau trat vermutlich zwischen der Engstelle am Beginn der Wasserklamm
und dem Großen Gotischen Gang auf. Bei anschließenden Befahrungen
wurden zum Teil gravierende, durch Umlagerung von Sedimenten hervorgerufene
Veränderungen festgestellt. Nicht nur die Höhe des erreichten Wasserstandes
war von Bedeutung, sondern die hohe Durchflussmenge und die damit verbundenen
höhere Strömungsgeschwindigkeit waren erstaunlich. Dabei wurden
z.B. in der Echokluft Steine bis zu einem Durchmesser von 30 cm verlagert.
Die Forscher des Höhlenvereins Hallstatt- Obertraun waren sich zwar der
zeitweisen Wasserführung dieser Höhlenabschnitte bewusst, rechneten
aber nicht mit der enormen Durchflussmenge und extremen Höhe der Wasserstände,
die auch vermeintlich sichere Plätze überflutete. Steighilfen und
Seile wurden teilweise stark beschädigt. Die Beobachtungen waren der
Start für ein Projekt zur Markierung der Hochwasserstandsmarken in der
Höhle für zukünftige Vergleichsmöglichkeiten. Die Analyse
der Niederschlagsdaten ergab, dass die Reaktionszeit der Gewässer auf
die Niederschläge nur wenige Stunden betrug. Die Zuordnung einer Eintrittswahrscheinlichkeit
war nur auf indirektem Weg anhand von beobachteten Oberflächengewässern
möglich und ergab ein Wiederkehrintervall von 50 bis 60 Jahren. Das Extremhochwasser
des Jahres 1920, von dem ein Wasseraustritt aus dem Höhlenportal der
Hirlatzhöhle überliefert ist, war deutlich größer und
ist als Jahrhundertereignis einzustufen.
Kitzsteinhorn high-alpine karst (Salzburg, Austria): Evidence of non-glacial
speleogenesis
Philippe Audra
Die Höhlen- und Karstentwicklung in einem in jüngster Zeit entgletscherten
Gebiet am Kitzsteinhorn, Salzburg, wurde unter Bedachtnahme auf generelle
Aspekte untersucht und mit anderen derzeit bzw. ehemals vergletscherten Gebieten
verglichen. Die Geländebeobachtungen zeigen, dass die Höhlengenese
vorwiegend während der Warmzeiten fortschreitet, in denen die vadosen
Wässer auf Grund des Vorhandenseins einer gut entwickelten Bodenschicht
und Vegetation eine wesentlich höhere Lösungskapazität aufweisen.
In den Phasen der Vergletscherung beschränkte sich die Speläogenese
auf oberflächliche Erosion, Schachtentwicklung in bereits bestehenden
vadosen Höhlen und die Ablagerung von Feinsediment in der epiphreatischen
Zone.
Speläologische Charakterisierung und Analyse des Hochschwab-Plateaus,
Steiermark
Lukas Plan
Im Zuge einer 44 km² umfassenden karstmorphologischen Kartierung des Hochschwabplateaus im Einzugsgebiet der Wiener Hochquellenwasserleitung konnten 770 neue Höhlen entdeckt werden, von denen knapp 10 % bearbeitet wurden. Gemeinsam mit den im Kataster geführten Höhlen und fernerkundeten Objekten wurden 1284 vorwiegend schachtartige Höhleneingänge in ein GIS (Geographisches Informationssystem) integriert, womit in Kombination mit anderen digitalen Datensätzen statistische Untersuchungen möglich sind. Analysiert werden die räumliche Verteilung der Höhlendichte sowie ihre Abhängigkeit von Seehöhe und Lithologie. Daneben werden die bedeutendsten Höhlen des Untersuchungsgebietes charakterisiert. Die Höhlen des Hochschwabs sind vorwiegend Schächte und schachtartige Canyons, die in der vadosen Zone entstanden sind. An ehemalige Vorfluter gebundene phreatische Niveaus, wie sie in anderen Karstplateaus der Nördlichen Kalkalpen verbreitet sind, existieren nicht. Die wenigen ausgedehnten phreatischen Höhlenteile sind im Hangenden wasserstauender Schichten entwickelt. Die durchschnittliche Höhlendichte im Untersuchungsgebiet beträgt 24 Objekte/km², in eiszeitlich stark überprägten Gebieten steigt sie bis auf über 400 Höhlen/km2 an. Bei der Lithologieabhängigkeit ist hervorzuheben, dass der Dachsteinkalk keine überdurchschnittlich hohe Höhlendichte aufweist und dass sie bei den verschiedenen Faziestypen des Wettersteinkalkes sehr unterschiedlich hoch ist.
Das Untertagelabor in den Obir-Höhlen
Christoph Spötl
Seit 1998 befindet sich in einem nicht öffentlich zugänglichen Teil der Obir- Höhlen eine Forschungseinrichtung zur Langzeitbeobachtung von Höhlenklima und Hydrologie einer aktiven Tropfsteinhöhle. Dieses für die Ostalpen einzigartige Untertagelabor, das von der Universität Innsbruck und der Fachgruppe für Karst- und Höhlenforschung des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten betreut wird, liefert u.a. wertvolle Daten zur Dynamik der Tropfsteinbildung.
Zum Stand der Speläotherapie in Österreich
Rudolf Bengesser, Rudolf Pavuza
Die Eigenschaften des spezifischen Untertageklimas von Höhlen und Stollen werden in Österreich in einigen wenigen Therapieeinrichtungen in ehemaligen Bergwerksstollen mit Erfolg genutzt. Versuche, die Speläotherapie auch in Naturhöhlen sowie weiteren Stollen zu realisieren, scheiterten bisher am Desinteresse der Gesundheitsbehörden oder an naturschutz- und bergbaurechtlichen Problemen. Diese wenig erfreuliche Tatsache steht im Gegensatz zum erfolgreichen Einsatz dieser Behandlungsmethode in den Ländern Osteuropas. Die große Zahl an Naturhöhlen und Bergwerksstollen, deren endoklimatische Basisdaten seit Jahren erfasst werden, sollte indessen die Auswahl weiterer Speläotherapiestationen erleichtern. Verschiedene Tests in den letzten Jahren in kleinerem Rahmen in Höhlen und Stollen bestätigen die bisherigen guten Erfahrungen.
Walter Czoernigs Forschungen in der Steiermark - Ein Beitrag zur Geschichte
der Höhlenforschung in der Steiermark
Volker Weißensteiner
Diese Veröffentlichung stellt ein kleines Nachschlagewerk für die Kenntnis der Forschungen Walter Czoernigs in der Steiermark für die Zeit von 1922 bis 1944 dar. Die bisher bekannt gewordene Literatur wird aufgelistet.
Der neue Stammbaum der alpinen Höhlenbären
Gernot Rabeder, Michael Hofreiter
Die Alpen wurden im Jungpleistozän von mindestens drei Taxa der Höhlenbären- Gruppe bewohnt, die sich sowohl nach der mitochondrialen DNA als nach metrischen und morphologischen Kriterien unterscheiden lassen. Die paläontologischen Möglichkeiten zur Unterscheidung der Evolutionslinien werden beschrieben und diskutiert. Zwei hochalpine Kleinformen gehören als Unterarten wahrscheinlich zu Ursus spelaeus (U. s.? ladinicus und U. s.? eremus), während das dritte Taxon als selbstständige Art (U. ingressus) betrachtet wird. An Hand zahlreicher Vergleichs-Diagramme wird versucht, an den Zähnen und Extremitätenknochen metrische und morphologische Unterschiede zu finden, nach denen diese drei alpinen Taxa zu unterscheiden sind. Ein neuer Stammbaum wurde entworfen.
Reste vom Murmeltier (Marmota marmota L., 1758) aus dem Moosschacht (2836/237)
auf der Tanneben bei Semriach, Steiermark
Martina Pacher
Die wenigen Murmeltierknochen aus dem Moosschacht auf der Tanneben (Steirischer Karst) wurden aufgrund morphologischer und metrischer Merkmale als Marmota marmota L. bestimmt. Mit einem AMSDatum von älter als 48.300 BP sind diese Funde die ältesten radiokarbondatierten Nachweise von Marmota in der Region.
FORSCHUNGSBERICHTE
Forschungsprojekt Moosschacht (2836/237) auf dem Tannebenstock bei Semriach,
Steiermark
Heinrich Kusch
Im Herbst 2001 wurde auf dem Karstplateau Tanneben im Grazer Bergland (Steiermark) eine neue Großhöhle, der Moosschacht, entdeckt. Obwohl erst rund 300 m dieser Höhle vermessen sind, erreicht sie durch die bereits erkundeten Gänge jetzt schon eine wesentlich größere Dimension in Länge und Tiefe. Diese Höhle ist heute, neben der international bekannten Lurgrotte Peggau - Semriach, aus wissenschaftlicher und speläologischer Sicht, eines der bedeutendsten Forschungsprojekte dieses Gebiets.
Erfolgreiches Forscherlager des Vereins für Höhlenkunde in Obersteier
im Bereich des Hochkasten
Robert Seebacher
Im August 2003 veranstaltete der Verein für Höhlenkunde in Obersteier (VHO) erstmals ein Forscherlager im Bereich des Hochkasten (2389 m) am Zentralplateau des Toten Gebirges. Dabei biwakierten zehn Vereinsmitglieder neun Tage lang in diesem sehr entlegenen Gebiet. Da der Zustieg ohne Gepäck etwa 5-6 Stunden in Anspruch nahm, musste sämtliches Material mittels Helikopter zum Lagerplatz transportiert werden. Im Zuge der Expedition gelang es, viele Höhlen zu lokalisieren. In 25 davon wurden insgesamt etwa 2.600 m Neuland vermessen und dokumentiert. Eine Besonderheit war der erste Nachweis des Oberen Höhlenruinen-Niveaus für das Tote Gebirge. Mehrere teilweise sehr großräumige Objekte können diesem Niveau zugerechnet werden (SH ca. 2200 m). Das bedeutendste während des Lagers teilweise erforschte Objekt stellt die 1028 m lange Schachthöhle Grauer Riese dar, die bis in eine Tiefe von 348 m vermessen werden konnte. Durch ein 277 m tiefes Schachtsystem gelang es hier, einen ausgedehnten Horizontalteil mit großen Gängen anzufahren. Aufgrund der noch reichlich vorhandenen Höhlen und Gangfortsetzungen ist für das Jahr 2004 ein weiteres Lager am Hochkasten geplant.
Alpine Höhlenforschung im Nationalpark Gesäuse, Steiermark
Eckart Herrmann
Seit 2002 wird in der bis dahin höhlenkundlich unbeachteten Hochtorgruppe (Teilgruppe 1712 im Österr. Höhlenverzeichnis), einem sehr schroffen, bis 2370 m hohen Gebirgszug der Ennstaler Alpen systematische Höhlenforschung betrieben. In zwei Forschungswochen unter dem Titel Speleo Alpin Gesäuse und mehren kürzeren Unternehmungen wurden bisher 2200 m Ganglänge in bis zu 451 m langen und 193 m tiefen Höhlen vermessen und insgesamt 74 Höhlen im Österreichischen Höhlenverzeichnis registriert. Offene Fortsetzungen, gebankter Dachsteinkalk und eine Reliefenergie von über 1700 m geben Hoffnung auf weitere Überraschungen, Höhlenformen und -inhalte und bieten schon jetzt Ansatzpunkte für weiterführende wissenschaftliche Forschungen. Das teilweise extreme Alpingelände stellt an die beteiligten Forscher hohe alpinistische Anforderungen und bedingt neuartige Techniken bei Ausrüstung und Forschungsstil.
Neue Forschungsergebnisse aus der Hirlatzhöhle
Ulrich Meyer, Peter Hübner
Es wird eine Übersicht über die Forschungserfolge der letzten fünf Jahre in der Hirlatzhöhle (1546/7) im Dachstein gegeben. Bei aufwendigen Tauchvorstößen konnte im Westteil der Höhle eine Siphonzone überwunden und die gewaltige Halle Wadiland entdeckt werden. Im Ostteil brachte die Bezwingung von Kletterstellen mittels Bohrmaschine über 3 km Neuland in groß dimensionierten Gängen, die sich bis unter die Gjaidalm erstrecken. Der jüngste Erfolg ist die Durchtauchung des Kesselsiphons und dadurch der Zusammenschluss des Kessels mit der Hirlatzhöhle. Aufgrund dieser Forschungen beläuft sich die Ganglänge auf 91,8 km, der Höhenunterschied auf 1070 m.
Britische Dachstein-(Plateau-) Expeditionen
Peter Hübner
In den letzten Jahren konnten von der jährlich stattfinden Sommerexpedition des Bristol Exploration Club auf das Dachsteinplateau etliche interessante Höhlen überwiegend in der Nähe der westlichen Endpunkte der Hirlatzhöhle befahren werden. Trotz der großen auftretenden technischen Schwierigkeiten konnte vom Plateau aus an mehreren Stellen in beträchtliche Tiefen des Dachsteinplateaus vorgedrungen werden. In diesem Artikel wird ein kurzer Überblick über die Aktivitäten der Expeditionen der letzten Jahre gegeben.
Tauchgang im Endsiphon des Pießling-Ursprung (1636/3) Roßleithen,
Oberösterreich
Robert Seebacher
Der Pießling-Ursprung ist mit Schüttungsspitzen um die 40 m3/s eine der größten Karstquellen Österreichs. Die Erforschung des imposanten Quelltopfes begann bereits 1962, wobei 52 m Tauchtiefe erreicht wurde. Spätere Tauchgänge führten sogar bis in 80 m Tiefe. Durch das Trockenlegen eines kurzen Seitensiphons wurde im Jahre 1977 der Zugang zum etwa 1 km langen Trockenteil des Pießling-Ursprungs geöffnet. Obwohl der Quelltopf Ziel zahlreicher Tauchgänge war, blieb der über 400 Horizontalmeter weiter im Berginneren gelegene Endsiphon bisher unbeachtet. Am 26. März 2002 unternahm der Autor in diesem Endsee einen ersten Tauchvorstoß, bei dem er in einem geräumigen Unterwassergang 64 m weit bis in eine Wassertiefe von 32 m vordringen konnte. Bei dem Gang handelt es sich um die Hauptfortsetzung bzw. den Hauptwasserzubringer der Höhle.
Tiefster Direktabstieg Niederösterreichs im Lichtkegelschacht (1815/322)
am Dürrenstein
Alexander Klampfer
Der Lichtkegelschacht im Gipfelbereich des Dürrenstein im Südwesten Niederösterreichs wurde 2001 entdeckt. Nach Erweiterung des Einstiegs wurde die Höhle bis auf eine Länge von 173 m bei einer Tiefe von 85 m erforscht und vermessen. Eine enge, stark bewetterte Fortsetzung blieb unerforscht. Im August 2002 gelang es, diese Engstelle zu überwinden und eine Reihe sehr großräumiger Schachtstrecken anzufahren. In insgesamt fünf Forschungsfahrten konnte im Jänner 2003 bis zum derzeitigen Endpunkt in 304 m Tiefe vorgedrungen werden. Dabei musste ein insgesamt 162 m tiefer Schacht überwunden werden, der Schweine im Weltall genannt wurde. Es handelt sich dabei um den zur Zeit tiefsten Direktschacht Niederösterreichs.
Die Sandkar-Expeditionen des Landesvereins für Höhlenkunde in
Salzburg
Peter Pointner, Walter Klappacher
Bereits seit 1934 ist den Forschern des Salzburger Höhlenvereins die
Thorhöhle (1511/153) im Zentralplateau des Tennengebirges bekannt (Abel,
1934). Doch erst nach einigen erfolglosen Vorstößen Anfang der
neunziger Jahre konnte der große Durchbruch geschafft werden. Jahrelange
Grabarbeiten an einem benachbarten bewetterten Eingang ermöglichten den
Zugang in ein parallel angelegtes Schichtfugenlabyrinth, den Fuffzger. Dieser
wurde - ohne eine Verbindung zur nahen Thorhöhle zu haben - auf über
3 km Länge erforscht. Nach der Entdeckung eines unschliefbaren Verbindungsstücks
konnte an einer anderen Stelle im Jahr 2000 der Zusammenschluss der beiden
Höhlen realisiert werden. Ein neu entdecktes Schachtsystem in einem Teil
des Fuffzger zieht außerdem weit nach Norden und bis in 450 m Tiefe.
Der gegenwärtige Umkehrpunkt liegt bei einem über 250 m tiefen Direktschacht
mit unausleuchtbaren Dimensionen. Durch das Erklettern eines Schlotes in der
Großen Eishalle stieg der Höhenunterschied auf 472 m, die Gesamtlänge
auf knapp 8 km.
Neuforschung im Bierloch (1511/175), Tennengebirge
Giorgio Höfer
Im Bierloch (1511/175), Teil des Berger-Platteneck- Höhlensystems (1511/162), wurde ein neuer Teil im Bereich der Riesentrichterhalle erkundet und vermessen. Es handelt sich hierbei um die Fortsetzung des Drainagesystems, das den Forscher unmittelbar vom Eingang (Bierbrauseschacht) über das Sierninger Bierstüberl bis zur Riesentrichterhalle begleitet. Im Bereich um 715 m Sh wurde das bekannte Siphonniveau erreicht. In zwei Messeinsätzen wurden 320 m Ganglänge bei einer Höhendifferenz von 136 m neu vermessen. Das gesamte Höhlensystem ist damit auf 30.396 m Ganglänge angewachsen, die Gesamthöhe bleibt mit 1.265 m unverändert.
Kammerhöhle (2573/8) Hohe Tauern 2002 Expedition (Kitzsteinhorn,
Kaprun, Salzburg)
Philippe Audra, Jean-Yves Bigot, Sylvain Zibrowius
Das Kitzsteinhornmassiv birgt im Umfeld des Schmiedingerkees ein hochalpines Karstgebiet in einer Höhenlage zwischen 2200 m und 2700 m. Ein ausgedehntes Schigebiet um das Alpincenter Kaprun erstreckt seine Einrichtungen nahezu über die gesamte verkarstete Fläche. Mehrere große Höhlen sind hier bekannt, insbesondere der bis in eine Tiefe von 1049 m erforschte Feichtnerschacht (2573/3) und die 560 m tiefe Kitzsteinhornhöhle (auch: Zeferethöhle (2573/2). Die Höhlenerkundung steht in diesem Gebiet noch am Anfang, und das Potential für Höhlenzusammenschlüsse und neue Fortsetzungen ist vorhanden. Mit dem in 1050 m Seehöhe gelegenen Quellaustritt des Kesselfalls überschreitet das Tiefenpotential 1500 m. Das Ziel der hier beschriebenen Expedition war die Fortsetzung der Forschung in der 2001 entdeckten Ponorhöhle KA5 und die Weiterführung der Höhlenforschung im Umfeld des Feichtnerschachtes. Da das Objekt KA5 mit Schnee verschlossen war, konzentrierte sich die Forschung auf die benachbarte gewaltige Kammerhöhle (KA3; 2573/8), in der eine Tiefe von 226 m erreicht werden konnte. Im Umfeld des Alpincenters konnten weitere 20 Höhlen vermessen werden.